Die geheime Geschichte von Twin Peaks – Buchrezension

Die geheime Geschichte von Twin PeaksTwin Peaks Co-Drehbuchautor Mark Frost legt mit “ Die geheime Geschichte von Twin Peaks ” die erste Spur für die dritte Staffel der Serie.  “Deine Lieblingsfernsehsendung kehrt zurück” mit diesen Worten kündigte der tanzende Zwerg das Sequel bereits 1990 an, “Twin Peaks” war stilbildend und Blaupause für ein komplett neues Erzählgenre im TV. Dieses konnte sich zwar erst nach der Digitalisierung des Fernsehens wirklich durchsetzen, aber “Twin Peaks” (zumindest die ersten zwölf Folgen) kann  immer noch neben den perfekt durcherzählten Serien wie “Breaking Bad” oder “True Detective” bestehen. Weiterlesen

Plaste Lesesofa – Bücher für den Frühling

Wes Trench, Fleischers Blues, Panama Papers

Des zerstörte Leben des Wes TrenchDas zerstörte Leben des Wes Trench – Tom Cooper

In einem kaputten Umfeld, lassen sich immer noch die besten Geschichten erzählen. Dabei bietet sich die Umgebung von New Orleans nach dem Hurrikan Katrina geradezu an. Hier lebt Wes Trench, er ist kaum erwachsen, hat beim Sturm seine Mutter verloren und genau so wenig eine Zukunft wie alle anderen vor Ort. Denn die Shrimpfischer werden zusätzlich durch einen Ölteppich, verursacht von den Multis vor Ort bedroht. Trotzdem heuert Wes beim Shrimpfischer Lindqvist an, dem nicht nur die Frau davongelaufen ist, sondern auch die Armprothese gestohlen wurde. Dafür hortet dieser alte Piratenkarten um irgendwo und irgendwann in den Sümpfen den großen Goldschatz von Kaptän Schwarzbart zu finden. Dummerweise kommt er hier ausgerechnet den verrückten Toup-Brüdern und Armprothesen-Dieben in die Quere, die sich auf den Anbau von Marihuana spezialisiert haben und ihre Plantage in den Sümpfen versteckt haben. “Das zerstörte Leben des Wes Trench” liest sich wie die Literaturvorlage für eine HBO-Serie. Die Trostlosigkeit der Protagonisten wird aufgefangen durch einen bitterbösen, schwarzen Humor, der die Geschichten der armseligen gebeutelten Figuren zu einem schwülen Redneck-Drama zusammenknetet. Weiterlesen

Gefährliche Bürger – The Spießer Strikes Back!

Gefährliche Bürger, Liane Bednarz, Christop Giesa

Plaste hat das Buch „Gefährliche Bürger“ von Liane Bednarz und Christoph Giesa für Euch gelesen.

Fast täglich erleben wir in Zusammenhang mit der AfD und anderen rechtsextremen Gruppierungen neue Verwerfungen.

 Liane  Bednarz und Christoph Giease  haben über die neue Rechte ein Buch geschrieben, das seine Stärken in der Bestandsaufnahme und Analyse der langfristigen Ziele, der Strategie aber auch in ersten Skizzen der  „gefährlichen Bürger“ selbst hat. Aber schauen wir es uns doch mal genauer an. ACHTUNG TRIGGERWARNUNG – ein bißchen gruselig ist es schon. Weiterlesen

Die Plaste liest das Amtsblatt

Amtsblatt Villingen-Schwenningen

Unscheinbar lugt es zwischen Supermarktprospekten mit XXL Schweinenacken und getigerten Outdoor-Westen hervor. Weil die Zeitschrift mit dem sexy Titel „Amtsblatt VS“ zum ersten Mal seit ihrem Erscheinen nicht direkt den Weg vom Briefkasten ins Altpapier gefunden hat, habe ich sie mir mal ein bißchen genauer angesehen. Was zwischen amtlichen Bekanntmachungen, aufgepimpt mit lokalem redaktionellem Inhalt, gleich ins Auge fällt ist  die Seite der politischen Parteien. Jede Partei im Gemeinderat darf hier gefühlt proportional nach der Sitzverteilung ein bestimmte Anzahl Zeilen vollschreiben. Da ich mal davon ausgehe, dass keiner der Plaste-Leser die Seite goutiert hat, will ich das für euch tun. Weiterlesen

John Lydon: Anger is an Energy –
The King is gone but he’s not forgotten, this is ….

John Lydon Anger is an Engery

Vorab ein Spoiler. Sid Vicious das Über-Role-Model für alle Fußgängerzonenpunks der 80er und 90er Jahr in all seiner schluffigen Grandezza, hat seine Trademark Stachelfrisur wie gestylt?  Na, er hat seinen Kopf einfach in einen heißen Herd gesteckt!  Warum? Weil er es nicht besser wußte, hat aber funktioniert. Weiterlesen

Poésie Noir in L.A. – Perfidia von James Ellroy

johnny-stompanato-mickey cohen james ellroy perfidiaAmerika war nie unschuldig. Unsere Unschuld ist bei der Überfahrt draufgegangen, ohne dass wir ihr nachgeweint hätten…Unser Heimweh nach einer besseren Vergangenheit, die es nie gab, ist ein Produkt der Massenmedien. / James Ellroy

James Ellroy macht als Schriftsteller grundsätzlich keine Gefangenen. Im März erschien mit „Perfidia“ der erste Teil seines zweiten geplanten L.A. Quartetts, das als Prequel zu seiner Romanreihe um ein großes amerikanisches dunkles Gesellschaftsportrait angelegt ist. Nun liebe Leser und Anhänger von skandinavischer Thriller-Stangenware, bleibt bitte dran und vergesst mal die unrasierten Zweifel- ,Grübler- und Schluffiermittler, denn James Ellroy entführt euch ins sonnige prädigitale L.A.,  in die Welt der knallharten Cops, die häufiger ihre Moral als ihre Socken wechseln und nie ohne Totschläger aus dem Haus gehen. Und wir reden hier nicht von Klischees. Weiterlesen

DISCO – An Encyclopaedic Guide to the Cover Art of Disco Records

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Die dritte Säule des siebziger Jahre Pantheons (vgl. Led Zep, Pink Floyd) ist Disco. Ein Phänomen so erfolgreich wie unsere langhaarigen Helden, aber seinerzeit zu unrecht extrem gedisst. Dabei fing alles recht gut an.  Nach den Stonewall Riots 1969 schossen schwul/lesbische Discotheken wie Pilze aus dem Boden und boomten in der kurzen Zeitspanne zwischen Tanzverbot und den ersten Anzeichen von AIDS. Weiterlesen

Geil abgeliefert

Wolf Haas Brennerove Element of Crime Lieblingsfarben und Tier Aphex Twin SyroPünktlich zur Jahreszeit in der unsere Hemden verschmiert sind mit Kürbissuppenflecken, in der wir auch mal gern zu unserem Bio-Tee aus Steinguttassen ein Kerzlein auf den Tisch stellen und auf die ersten Nikoläuse im Müller-Markt warten, liefern altbekannte Künstler geil ab und zwar in bewährter Qualität. Weiterlesen

Here Comes The Summer – Leichte Lektüre für heiße Strände

IMG_7024Jetzt heißt es wieder unter endlosen Reihen von Sonnenschirmen dem letzten Schattenfizelchen hinterher zu robben. Zusammen mit hummerroten Bierbäuchen schlangestehen vor wackeligen Wägelchen mit überteuerter und überzuckerten Kühlwaren . Und Abend für Abend sonnenbrandgeschüttelt Souvenirshops abklappern um sich gelangweilt eine Sammlung von 3€ Ray Bans zuzulegen.

Bei soviel Elend greift man dann gern mal zu einem Buch. Als Alternative zu skandivanischer Heavy-Rotation Ware in den Bücherketten euerer Stadt empfielt Plaste sommerlich, leichten Lesestoff. Weiterlesen