David Bowie in Berlin

David Bowie Berlin

David Bowie frönte in  L.A. einer ganz besonderen Diät. Er ernährte sich ausschließlich von Milch, Paprika und Kokain. Fett ansetzen kann man damit nicht, aber den Nerven tut’s auch nicht unbedingt gut. Bowie war ausgebrannt, sympathisierte mit dem Faschismus und litt unter Schreibblockaden. Er überstand mit seinem Neukumpel Iggy Pop, übrigens zu der Zeit auch nicht gerade eine Gesundheitsfanatiker, mit Müh und Not die Station to Station Tournee. Anschließend nahmen die beiden  Pops Comebackplatte “The Idiot” im franzöischen Chateau d’Hérouville auf . Die Texte verfasste Bowie während der Tournee. Weiterlesen

R.I.P. Holger Czukay

CAN Holger CzukayAls Holger Czukay sich 1963 beim Kölner Konservatorium für Musikwissenschaften bewarb, gab er dem Zwölftonguru Karlheinz Stockhausen zu Verstehen, dass er kein einziges Instrument beherrsche. Fünf Jahr später schloss er sich dem anfangs noch offenen Musikerkollektiv CAN an. Michael Karoli teilte er mit, dass der den Bass übernehmen wollte, weil er für andere Instrumente zu schüchtern sei. Weiterlesen

Die besten Platten 2017 – bis jetzt

Die besten Platten 2017

 

The xx – I see you

Das erste The xx Album war für mich eine konsequente Weiterentwicklung dessen was die “Young Marble Giants” 1980 und „Everything but the Girl“ in den 90ern begannen. Skelettierte Schönheit, der geflüsterte Gesang von Romy und Oliver, kristallklare Gitarren und der Ansatz einer vehuschten Nerdigkeit. “Coexist” offenbarte nichts Neues wohl aber die Arbeiten von Jamie xx für das letzte Gill Scott Heron Werk und sein Soloalbum. “In Colors” verlötete und verschraubte Jamies‘ Trademark-Introvertriertheit mit den stilbildenden Dancegrooves der 10er Jahre.   Weiterlesen

Plastlist- Das Frühlings-MixTape

Christiane Rösinger beschert der Babyboomer-Generation die ultimative Hymne zum Altern in Würde. Kle.ze liefern das Cure Album seit dem letzen besten Cure Album. Die Dirty Projectors entdecken RnB und die Priests zeigen uns, dass wie wichtig Punk in Zeiten des Donald Trump sein kann. Der Frühling kann kommen, der Soundtrack steht auf jeden Fall schon.

Streaming Kills the Vinylstar! Na Und?

Zum Platten kaufen, fuhren wir in den 80ern gern nach Zürich. Im Jamarico Record Store waren alle Neuerscheinungen fein säuberlich aufgereiht. Importiert mit harten Franken und Taschengeldkiller per Excellence. Ein Kumpel, nennen wir ihn der einfachheit halber mal Tomas* (*Name von Plaste geändert), rief beispielsweise vor dem Laden, “Schaut mal da hinten läuft Dieter Meyer (von Yello, der sein Studio in Zürich hatte)”  während sich die anderen mit großen Augen umsahen, rannte er in den Laden und deckte mit seinem breiten Rücken gleich drei Plattenkisten ab.

Weiterlesen

Die besten Songs 2016.

Die besten Songs 2016Lasst uns das Jahr, das ein Arschloch war versöhnlich mit ein paar „heißen Scheiben beenden“, um an dieser Stelle auch mal der Jugendsprache der 60er Jahre ein wenig Respekt zu zollen. Plaste präsentiert eine ultralange Playlist mit den besten Songs 2016 und empfiehlt einige Highlights. Weiterlesen

Die Platten des Jahres 2016

Platten 2016

caveNick Cave – Skeleton Tree

Die Songs waren schon geschrieben und die Dokumentation von Andrew Dominik über den  Entstehungsprozess der Platte geplant, als das Unglück geschah und  Caves Sohn  in den Tod stürzte. Auch wenn Nick Cave sich in “One more Time with Feeling” dem Trauerprozess öffentlich stellt, bekamen die vielen Reviews im Kontext mit dem großen Verlust für mich einen fast  voyeuristischen Anstrich. Ich hatte mir deshalb vorgenommen zu versuchen, die Platte unter rein musikalischen Gesichtspunkten zu rezensieren. Das hätte bei „Girl in Amber“ und dem majestätischen „Rings of Saturn“ noch funktioniert. Die Tracks klingen sehr nach einer Fortsetzung und Weiterentwicklung der Vorgängerplatte “Push the sky away”. Weiterlesen

R.I.P. – Leonard Cohen

Leonard Cohen

Es war nicht ganz einfach 1993 beim Rock am See in Konstanz bis zu Leonard Cohen durchzuhalten. Der Kanadier war Headliner des Festivals und trat als letzter an. Vorher waren auszuhalten: Die phantastischen Vier, die damals mit „Die Da“ omnipräsent waren und so eine Art Rap-Blödelstatus genoßen, zumindest bei mir. Das One Hit Wonder „Heroes del Silencio“, die sich durch ihren Gig quälten und als Kerze auf der Torte PUR (den Kommentar  dazu verkneife ich mir mal). Als Cohen gegen 0.00 Uhr antrat, war die Sonne längst untergegangen und die Hälfte des Besucher lag schon mit alkopopgefluteten Schädeln in den Zelten oder ihrer Kotze. Weiterlesen

Mit diesen Platten kommt Ihr durch den Herbst.

Plattenladen Platten

caveNick Cave – Skeleton Tree

Die Songs waren schon geschrieben und die Dokumentation von Andrew Dominik über den  Entstehungsprozess der Platte geplant, als das Unglück geschah und  Caves Sohn  in den Tod stürzte. Auch wenn Nick Cave sich in “One more Time with Feeling” dem Trauerprozess öffentlich stellt, bekamen die vielen Reviews im Kontext mit dem großen Verlust für mich einen fast  voyeuristischen Anstrich. Ich hatte mir deshalb vorgenommen zu versuchen, die Platte unter rein musikalischen Gesichtspunkten zu rezensieren. Das hätte bei „Girl in Amber“ und dem majestätischen „Rings of Saturn“ noch funktioniert. Die Tracks klingen sehr nach einer Fortsetzung und Weiterentwicklung der Vorgängerplatte “Push the sky away”. Weiterlesen

Extrabreit_live@Villingen, Innenhoffestival

Extrabreit Villingen-Schwenningen Innenhoffestival

Extrabreit BravoIm März 1982 katapultierte die Pickelpostille Bravo, Extrabreit mit einer Titelstory direkt in die Herzen der deutschen Teenagergeneration. Zu dem Zeitpunkt stand ihre Single „Hurra, hurra die Schule brennt“ in den deutschen Top Ten, die seit 8 Wochen von Spider Murphys Gangs Gruselhit „Skandal im Sperrbezirk“ blockiert wurde. Die Extrabreit LPs „Welch ein Land! Was für Männer“ und „Ihre größten Erfolge“  konnten sich bis dato ebenfalls in den Top 10 platzieren. Und das in einer Zeit vor Spotify, als eine solche Platzierung Verkaufszahlen um die 500.000 Stück nach sich zog. Extrabreit hatte sich mit einer Mischung aus NDW-Zackigkeit und breitbeinigem Rock in irgendwo zwischen Underground Bands wie Fehlfarben und Abwärts und den NDW-Gimpeln Markus oder Nena platziert. Weiterlesen