Kurz abgeräumt, Vol. 1

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Schauen wir doch mal, welche Kurzfilme sich in der letzten Saison  besonders ausgezeichnet haben. Vol.1 beschäftigt sich mit den Abräumern.

Beige

Beige, Sylvia Hohlbaum
Beige zu tragen, ist keine Sache des Alters….

Ja natürlich ohne Wenn und Aber: Sieger aller Klassen. „Beige“ durfte sogar, was nur ganz wenigen Kurzfilmen vergönnt ist, ganz kurz an der Tür des Mainstreams kratzen. Als der Film 14 Tage auf dem Portal von Zeit Online zu sehen war, konnten über 14.000 Zuschauer gezählt werden.  Tja und was macht jetzt das besondere an Beige aus.  Sylvie Hohlbaum ist eine sehr gute Beobachterin mit Blick für die kleinen Haarrisse in gesellschaftlichen Gefüge, dass konnte man schon sehr schön in „Freie Weihnachen“ beobachten einer Doku über den Versuch den Offenbacher Weihnachtsmarkt nach Russland zu importieren.  Allerdings hatte der auf 8 Minuten noch ein paar Längen, während Beige auf 14 Minuten voll durchzieht. Sylvie Hohlbaum schafft es hier das Happy-Rentner-Biotop das unsereins etwas ängstlich aber vielleicht auch neidisch beäugt, liebevoll und analytisch zu betrachten ohne gleich in die sperrangelweite Ironiefalle zu tappen.  Beige-Country,  diese Welt, werden wir  auch irgendwann bewohnen, werden wir uns dann auch unsere eigene Expeditions-

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….sondern der Lebenseinstellung

Uniform zulegen und Gesetze befolgen, die nie niedergeschrieben wurden? Im fröhlichen Rudel Klapp-Radtouren zu unternehmen. In bequemer, lockerer Kleidung, einfach sagen, das wir jetzt in Senioren-Bohemia leben und den Lebensabend geniessen weil wir ja was geschafft haben. Beige ist ein perfekt inszenierter Fremdenführer in eine Welt, die es in dieser Form sicher nicht mehr lange geben wird (Stichwort Altersarmut, Rente mit 70). Und vielleicht wird der ein oder andere, der jetzt noch über die Senioren und ihren kruden Safari-Fake-Look lächelt, dann im Alter nach dem geeigneten Beige-Retro-Look suchen und von Klappfahrradtouren im Stadtpark träumen.  Im Rahmen des ernsthaften  Journalismus bleibt noch zu erwähnen, dass Sylvia Hohlbaum dem Film einen wunderbaren Erzählrythmus verpasst hat:  kleine Interviews mit Beige-Trägern, die wunscherschöne Beige-Zombie-Verfolgungsszene,  ihr eigener Vater und buntgekleidete Passanten sorgen dafür, das der Film die vielen Preise auch zurecht gewonnen hat.

TEASER: BEIGE | 2012 | 14 Min. from Tamtam Film on Vimeo.

Centrifuge Brain Project

Es gibt ja nun viele Möglichkeiten Filme mit digitaler Technik zu erstellen und zu oft wird diese nur dazu verwendet,  niedliche Welten zu generieren, die auch man echten (niedlichen) Menschen hinbekommen hätte.  Till Nowack konstruiert sieben Rummelplatz-Wahnsinnsmaschinen, die einem schon beim Zuschauen die Magen umdrehen lassen. Die Rahmenhandlung durch die ein Fake-Wissenschaftler ist vernachlässigbar aber eben notwendig. Das sagt ich nur: Junger Mann zu Mitfahren gesucht.

Prefarably Blue

Lieben wir den Film nun für die vielen kleinen Überraschungen in der Erzählung, lieben wir den kleinen Osterhasen, der uns all seine Probleme zu Füßen legt, oder ist es einfach schön die 11 Minuten in Reimen zu geniessen? Oder passt es jetzt einfach, den Film hier zu erwähnen weil halt Ostern ist. Ein paar Zeilen zu diesem Film gab es schon in diesem Blog zu lesen.

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