Wir haben ein Wählerversagen.

Wir haben in unserem Land ein eklatantes Wählerversagen. Wir nennen es gern Politikerversagen, aber im Grunde sitzen wir gern in der lauwarmen Wohlfühlbadewanne.

Und so soll es auch bleiben. Egal ob einer ab und zu warmes Wasser nachlässt oder nur reinpinkelt. Natürlich ist die Coronapandemie ein wunderschönes Beispiel für das Beharren auf die gleichbleibende Temperatur im Badezuber. Immer gern nölend und maulend lassen wir uns durch die Pandemie ziehen, zeternd über die Politiker, Masken, Impfkuddelmuddel, Klopapiernotstand etc.

Aber würden wir Politiker wählen die uns im Dezember gesagt hätten. „Liebe Leute, das Virus ist eine Naturkatastrophe, die uns allen einiges abverlangen wird. Wir hören auf den Rat von Virologen und machen für die nächsten sechs Wochen alles dicht. Das wird uns schaden, ist aber besser als die nächsten Monate rum zu eiern. Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm und werden durch höhere Steuern ausgeglichen. Von denen kümmern wir uns auch im die Folgen für die Psyche von vielen Menschen. Sowas nennt sich Solidarität, und jetzt kneift die Backen zusammen. Es wird keiner verhungern.“

Nicht vorzustellen diese Worte aus dem Mund der Kanzlerin, ohne den Griff zur Mistgabel. Auch eine andere klare Aussage bleibt unausgesprochen, nämlich „Egal wie hoch die Ansteckungsrisiko in den Betrieben ist, hier ist der Motor unsers Wohlstand. Deshalb bleiben auch Kitas und Schulen auf, damit der Rubel weiter rollt. Kunst, Kultur etc, ist das Unkraut, das immer zwischen den Bodenplatten sprießt. Was jetzt kaputt geht wächst wieder nach.“ Es ist ja eigentlich ganz nett, nicht immer mit der brutalen Wahrheit konfrontiert zu sein, aber leider zeigt die sich nach einer Weile halt doch, man kommt sich als Bürger entmündigt vor.

Und schlimmer: Da unsere soziale Medienlandschaft viele Wahrheiten anbietet, kann sich jeder nach Lust und Meinung bei Reitschuster und Jebsen und Co. frei bedienen und das Nachplappern diese Meinungsgülle auch noch als „Querdenken“ branden.Ich will jetzt aber nicht nur auf den Esoterikschwurblern und Batiknazis rumhacken. Ich stelle mal die Frage: Wer von den Grünen-Wählern (zu denen ich selbst gehöre) wäre denn wirklich bereit sich von einen coolen Kanzlerin Baerbock den Diesel wegnehmen zu lassen?

Seinen Lebensstandard für die Eisbären wirklich zu reduzieren?Die Frage gebe ich Euch als Hausaufgabe mit. Nicht zuletzt weil ich mir ein Fazit und das pädagogische Abdriften in Altherren-Lebensweiten verkneifen möchte.

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