R.I.P. Holger Czukay

CAN Holger CzukayAls Holger Czukay sich 1963 beim Kölner Konservatorium für Musikwissenschaften bewarb, gab er dem Zwölftonguru Karlheinz Stockhausen zu Verstehen, dass er kein einziges Instrument beherrsche. Fünf Jahr später schloss er sich dem anfangs noch offenen Musikerkollektiv CAN an. Michael Karoli teilte er mit, dass der den Bass übernehmen wollte, weil er für andere Instrumente zu schüchtern sei.

Mit CAN entwickelte er jedoch die junge Kunstform Popmusik in den 70er Jahren entschieden weiter. Elektronische Elemente fanden ihren Einsatz, man ließ sich vom Free Jazz eines Albert Aylers beeinflussen und produzierte nebenbei auch eine Reihe catchy Ohrwürmer. „Spoon“ konnte sich sogar in den deutschen Charts platzieren. Was beim Anhören der CAN-Platten immer noch auffällt ist, dass neben all der Experimentierfreude, die Songs nie auseinanderfallen, nie selbstreferentiell sind und immer von einer straighten Rythmusbasis getragen werden, die in dieser Form in der Popmusik noch nie gab. Vielleicht ergab sich die Perfektion innerhalb der experimentellen Offenheit, auch dadurch dass alle Bandmitglieder ausgebildetete Musiker waren.

Ende der siebziger lösten sich CAN auf und Holzer Czukay begann mit der Produktion seiner Soloplatten. Noch stärker als bei CAN dominierten Radiosamples und auch sein Humor diese Produktionen. Mein persönliches Highlight ist Full Circle, einer basslastigen und dubbigen Coop mit Jah Wobble (PIL) und Jakie Liebezeit (CAN)

Die Playlist focussiert sich auf Czukays Arbeit mit CAN, da die Soloplatten leider nur begrenzt Stream verfügbar sind. Natürlich waren CAN eine Albumband, sowas wie ein Best-Of ist eigentlich nicht kompilierbar. Nennen wir es halt einfach mal meine Lieblingstracks.

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